Es mag für manche vielleicht komisch klingen, aber selbst die Geburt war ein euphorisches Erlebnis, bei dem mir die Schmerzen eher faszinierend als unerträglich vorkamen. Für mich waren Wehen eine Gelegenheit, herauszufinden, wie es sich anfühlt, den Kräften der Natur, auf die mein Bewusstsein nicht den geringsten Einfluss hatte, ganz und gar ausgeliefert zu sein Mutter Natur Sarah Blaffer HRDY

 

Mamas‘ Herz ist Kindes Medizin

Als ich schwanger wurde, konfrontierte mich das Leben mit völlig neuen Seiten des Frauseins. Ich entschied mich, den Weg mit meinem Baby alleine zu gehen. Aus der Schwangerschaft zog ich eine ungeahnte Kraft. Ich visualisierte die Geburt im kleinsten Detail. Meine Tochter „ Kailani“, aus der Maori Sprache „Verbindung zwischen Himmel und Ozean“, kam innerhalb von zwei Stunden im Wasser zur Welt. Ich sang das Lied des Lebens und empfing sie in einer Vollmondnacht. Es war einer der unglaublichsten Momente meines Lebens. Ich hatte Vertrauen zu meinem Körper, ich hatte Vertrauen zu meinem Baby.

Mit der Schwangerschaft stellten sich mir Fragen wie:

Was bedeutet die Geburt als Lebenstransition einer Frau?

Was empfindet eine Frau in dieser Zeit, welche Bedürfnisse hat sie?

Wie prägt die Außenwelt die emotionale Verbindung zwischen Mutter und Baby oder später auch das Kleinkind?

Kommt ein Kind ungewollt auf diese Erde?

Ich fühlte mich oft einsam mit diesen Fragen, doch ich vertraute meinem intuitiven Sinn.

 

Frauen heilen Frauen

Nach meinen drei Jahren Elternzeit, die ich zu Hause mit meiner Tochter verbrachte – für mich kam die Kita zu dieser Zeit nicht in Frage – bewegte mich etwas Kraftvolles nach vorne. Was hatte mich die ganze Zeit lang vom Anfang der Zeugung bis zur Geburt und der Erziehung meiner Tochter begleitet? Woher kam dieses Wissen, was sollte ich daraus lernen? Wie könnte ich es weitergeben?

Ich begann eine Ausbildung als Frauenkreisleiterin und wurde Botschafterin einer wiederkehrenden Frauenbewegung, die fest  davon überzeugt ist, dass das weibliche Prinzip in allem lebt, sich bewegt und heilen kann, unsere Beziehungen, uns selbst und die Welt.

 

Sei deine eigene Medizin

Durch diesen Weg, dieses Wissen, möchte ich Frauen ermutigen den Weg der Selbstheilung zu gehen, Verantwortung für ihre Gefühle zu übernehmen,  Lebensphasen als transformative Prozesse zu betrachten, durch schwierige Lebensphasen zu wachsen, um das zu werden, was Sie werden wollen.

Diesen Weg zu gehen, beeinflusst nicht nur deinen Weg als Frau und als Mutter, sondern auch den deines Kindes, den deiner Kinder und den unserer Kinder. Denn alle Kinder kommen aus Liebe auf diese Erde.

Wie die Kahuna, die Heilerinnen der Maori, sage auch ich:

„Ich kümmere mich nicht um deine Probleme und Krankheiten. Ich kümmere mich um dich. Denn da, wo du bist, gibt es weder Probleme noch Krankheiten. Wenn du erst einmal erkennst, wer du bist, verschwinden alle Sorgen, Zweifel und Nöte.“

Aloha Ke Akua, Amandine Martin